Welche Stärke sollte mein Teichvlies beim Teichbau haben??
Die Teichgrube ist ausgehoben und der Untergrund vorbereitet. Als Nächstes legen Sie das Teichvlies in die Grube und verlegen darauf die Teichfolie. Welche Stärke sollte ein Teichvlies haben, damit es die Folie vor harten Stellen im Untergrund schützt? Wesentlich für diese Auswahl ist der vorbereitete Untergrund.
Was die Stärke beim Teichvlies bedeutet
Der Begriff Stärke ist beim Teichvlies nicht eindeutig. Gemeint sein kann die Materialdicke in Millimetern oder das Flächengewicht in Gramm pro Quadratmeter. Für die Auswahl reicht der Begriff Stärke deshalb nicht aus, weil beide Angaben verschiedene Eigenschaften beschreiben.
Die drei Ausführungen im Sortiment werden nach ihrem Flächengewicht unterschieden. Angeboten wird Teichvlies mit 300, 500 und 1000 g/m². Die Materialdicke wird davon getrennt bestimmt.
In dieser Produktreihe steigen beide Werte gemeinsam an. Die Ausführung mit 300 g/m² hat 3,5 mm Materialdicke, die Ausführung mit 500 g/m² hat 5,0 mm und die mit 1000 g/m² 7,0 mm. Diese Angaben gelten für diese Reihe. Zwischen Flächengewicht und Materialdicke gibt es keine allgemeingültige Umrechnung.
Welche Ausführung zu welchem Untergrund passt
Die Schutzwirkung eines Teichvlieses beruht darauf, dass es die Teichfolie an harten Stellen abpolstert und den Druck auf eine größere Fläche verteilt. Je anspruchsvoller der Untergrund ausfällt, desto robuster sollte die Ausführung sein.
Bei sorgfältig vorbereitetem, sandigem oder steinarmem Untergrund sind ausgeprägte punktuelle Belastungen weniger wahrscheinlich. Bei grobem Gestein oder dichtem Wurzelwerk bleiben die Bedingungen auch nach gründlicher Vorbereitung anspruchsvoller. Erkennbare Steine, scharfkantige Brocken und störende Wurzeln entfernen Sie unabhängig von der gewählten Ausführung. Ein höheres Flächengewicht ersetzt die Untergrundvorbereitung nicht.
Weder die Größe der Wasserfläche noch der Teichtyp geben für sich allein eine Ausführung vor.
Teichvlies mit 300 g/m²
Ein sandiger, steinarmer Untergrund, den Sie sorgfältig geglättet haben, lässt ausgeprägte punktuelle Belastungen weniger wahrscheinlich werden. Für solche Bedingungen kommt das Teichvlies mit 300 g/m² infrage. Es hat das niedrigste Flächengewicht im Sortiment.
Teichvlies mit 500 g/m²
Durchwurzelter oder mäßig steiniger Untergrund bleibt auch nach dem Entfernen von Steinen und Wurzeln anspruchsvoller. Für solche Bedingungen bietet sich das Teichvlies mit 500 g/m² an. Es ist die mittlere Ausführung im Sortiment.
Teichvlies mit 1000 g/m²
Stark steiniger, felsiger oder intensiv durchwurzelter Untergrund kann die Teichfolie auch nach sorgfältiger Vorbereitung punktuell stärker belasten. Das Teichvlies mit 1000 g/m² ist die robusteste Ausführung im Sortiment.
Belastungen von oben wirken ebenfalls auf die Auswahl. Soll eine zweite Lage über der Folie unter Kies oder Steinen liegen, richtet sich die Ausführung nach dem Material, das dort aufliegt.
Was GRK und Stempeldurchdrückkraft zur Auswahl beitragen
Zwei Angaben machen die Abstufung der drei Ausführungen greifbar. Die Stempeldurchdrückkraft wird in einem genormten Prüfverfahren ermittelt und gibt an, welche Kraft im Versuch nötig ist, um einen Stempel durch das Vlies zu drücken. Die Ausführung mit 300 g/m² erreicht 1.600 N, die Ausführung mit 500 g/m² 2.600 N und die mit 1000 g/m² 3.500 N.
Die Geotextilrobustheitsklasse stammt aus dem Erdbau und stuft Vliesstoffe nach ihrer Robustheit ein. Die drei Ausführungen liegen in GRK 3, GRK 4 und GRK 5. Eine Schutzklasse für Gartenteiche ist diese Einstufung damit nicht.
Die Stempeldurchdrückkraft steigt innerhalb der Reihe mit dem Flächengewicht an, allerdings nicht proportional dazu. Das Flächengewicht allein beschreibt also nicht sämtliche mechanischen Eigenschaften. Die veröffentlichten Daten ergänzen den Vergleich innerhalb der Produktreihe. Eine Belastungsgrenze für den einzelnen Teich lässt sich daraus nicht ableiten.
Welche Stärke sollte die Teichfolie haben?
Teichfolie und Teichvlies haben unterschiedliche Aufgaben, und ihre Stärke wird jeweils anders angegeben. Die Folie bildet die wasserdichte Ebene. Ihre Stärke wird als Dicke in Millimetern angegeben. Das Vlies schützt sie mechanisch, und seine Ausführungen tragen das Flächengewicht als Kennzeichnung. Eine dickere Folie macht das Vlies nicht überflüssig, und ein höheres Flächengewicht ersetzt keine passend gewählte Folie.
Die PVC-Teichfolie im Sortiment hat 0,5 mm oder 1,0 mm Stärke. Als Orientierung im Sortiment gilt die Stärke von 0,5 mm für Zier- und Pflanzenteiche und die Stärke von 1,0 mm für Fischteiche und größere Gartenteiche. Welche Stärke zu Ihrem Teich passt, beurteilen Sie getrennt von der Vliesauswahl.
Der Materialbedarf richtet sich nach der Teichgrube
Alle drei Ausführungen sind 2 m breit. Mehrere Bahnen überlappen Sie um mindestens 10 cm. Den Bedarf bestimmt die Fläche, die Sie tatsächlich auskleiden. Dazu gehören Länge und Breite der Grube, ihre Tiefe, die Böschungen und die Randzugabe.
Die Maße nehmen Sie an der ausgehobenen und vorbereiteten Grube ab. Auf dieser Grundlage ermitteln Sie die richtige Größe Ihrer Teichfolie. Für das Vlies rechnen Sie anschließend die Überlappungen der einzelnen Bahnen hinzu.
Welches Teichvlies passt zu Ihrem Untergrund?
Die Auswahl folgt damit dem Untergrund. Prüfen Sie nach der Vorbereitung, wie stark die Teichfolie an einzelnen Stellen noch belastet werden kann. Danach entscheiden Sie sich für eine der drei Ausführungen und berechnen die Menge aus den Maßen der Grube. Der nächste Schritt beim Gartenteich anlegen ist das Auslegen von Vlies und Folie in der vorbereiteten Grube.