Gartenvlies verlegen - Mit unseren Tipps machen Sie es richtig
Das Gartenvlies gehört mit Sicherheit zu den wichtigsten Gartenmaterialien überhaupt. Denn im heimischen Garten sprießt neben schönen Pflanzen meist auch Unkraut, das mit den Zierpflanzen um Wasser, Nährstoffe und Sonnenlicht konkurriert. Mit einem Gartenvlies können Sie dem Unkraut ganz einfach den Kampf ansagen. Lesen Sie hier, welche Funktionen ein Gartenvlies hat, für welche Anwendung es sich eignet und wie Sie es richtig verlegen und befestigen.
Was ist ein Gartenvlies?
Ein Gartenvlies kann sowohl das Wachsen des Unkrauts verhindern als auch Pflanzen vor Kälte schützen und ihr Wachstum verbessern. Fachlich zählt es zu den Geotextilien und wird deshalb je nach Einsatz auch als Geotextil oder Abdeckvlies bezeichnet. Gartenvliese lassen sich grob in drei Kategorien einteilen:
- Vliesstoffe, die als Winterschutz für die Pflanzen dienen
- Wachstumsvliese, die das Pflanzenwachstum fördern
- Unkrautvlies, das den Wildwuchs unterdrückt
Allen gemeinsam ist, dass sie licht- und feuchtigkeitsdurchlässig sind und sich individuell zuschneiden lassen.
Für welche Anwendung eignet sich ein Gartenvlies?
Ein Gartenvlies von hoher Qualität kann lange genutzt und mitunter sogar mehrfach verwendet werden. Ein solches Vlies lässt sich auf allen Zier- und Nutzbeeten einsetzen, die unkrautfrei bleiben sollen, und auch Wege lassen sich damit dauerhaft unkrautfrei halten. Ist das Gartenvlies richtig verlegt, kann es über mehrere Jahre an Ort und Stelle bleiben. Gartenvliese erhalten Sie in den unterschiedlichsten Breiten und Stärken. Die passende Stärke sollten Sie je nach Beanspruchung der Fläche auswählen. Welche Grammatur sich für welche Anwendung eignet, lesen Sie im Ratgeber Welche Stärke für welche Anwendung?
Wozu dient ein Gartenvlies?
Gartenvlies zur Winterabdeckung
Sie können das Gartenvlies zur Winterabdeckung verwenden. Es schützt Ihre Pflanzen vor Kälte und winterlichem Frost, denn ein hochwertiges Gartenvlies oder Wintervlies wirkt zugleich als Wärmespeicher und Feuchtigkeitsspender. So wird über das Gartenvlies das Pflanzenwachstum zusätzlich unterstützt.
Gartenvlies zur Bekämpfung von Unkraut
Mit einem Gartenvlies verhindern Sie zugleich, dass Unkraut wächst. Das richtig verlegte Vlies hält die Sonnenstrahlen ab, ist aber atmungsaktiv und wasserdurchlässig. Da kein Sonnenlicht mehr an das Unkraut gelangt, kann keine Fotosynthese stattfinden und das Unkraut geht mangels Licht ein. Die gewünschten Pflanzen werden hingegen weiterhin mit Nährstoffen, Wasser und Licht versorgt, das Gartenvlies schadet ihnen also nicht. Regenwasser dringt problemlos zu den Wurzeln durch.
Die Vorteile eines Gartenvlieses
Mit einem Gartenvlies halten Sie den Unkrautwuchs deutlich in Schach: Das Unkraut wächst nur noch minimal und dringt über lange Zeit nicht an die Oberfläche. Für Sie bedeutet das, dass das mühsame Unkrautjäten über einen langen Zeitraum entfällt und Sie zugleich auf chemische Unkrautbekämpfungsmittel verzichten können.
Material und Werkzeug zum Gartenvlies verlegen
Um ein Gartenvlies richtig verlegen zu können, benötigen Sie folgende Materialien und Werkzeuge:
- das Gartenvlies
- Bodenanker beziehungsweise Erdanker zur Befestigung
- einen Zollstock zum Ausmessen der Fläche
- einen Spaten, um das Unkraut zu entfernen
- eine Harke, um den Boden zu lockern
- ein Messer für die x-förmigen Öffnungen
- eine kleine Schaufel für die Pflanzlöcher
- Pflanzenerde, Rindenmulch oder Kies zum Abdecken
Wie wird ein Gartenvlies richtig verlegt?
Die Vorbereitung
Messen Sie zunächst die Fläche gründlich aus, auf die Sie das Gartenvlies verlegen möchten, und schneiden Sie das Vlies auf die passende Größe zu. Wichtig ist, dass die ganze Fläche abgedeckt wird, die unkrautfrei bleiben soll. Säubern Sie die Fläche gründlich und entfernen Sie Wurzeln, Unkraut, Pflanzen und grobes Steinwerk. Anschließend tragen Sie eine rund zwei Zentimeter dicke Erdschicht ab und ziehen die Fläche mit einem Rechen glatt.
Gartenvlies verlegen und befestigen
Verlegen Sie das Gartenvlies direkt im Anschluss an die Vorbereitung, sonst keimen im Boden verbliebene Unkrautreste wieder. Breiten Sie das Vlies über der gesamten Fläche aus und achten Sie darauf, dass sich nebeneinander liegende Bahnen rund zehn Zentimeter überlappen, nur so ist ein lückenloser Unkrautschutz gewährleistet. Anschließend befestigen Sie das Gartenvlies mit Bodenankern. Besonders wenn Sie das Gartenvlies an einer Hanglage verlegen, ist die Befestigung mit speziellen Erdankern wichtig, damit nichts verrutscht. Auf diese Weise verlegen Sie auch ein Abdeckvlies richtig und sicher.
Das Setzen der Pflanzen
Damit Sie im neuen Beet Pflanzen setzen können, schneiden Sie mit einem Messer oder Teppichmesser x-förmige Öffnungen in das Vlies. Mit einer kleinen Schaufel graben Sie passende Pflanzlöcher, setzen die Pflanzen vorsichtig in die Öffnungen ein und drücken die Enden des Schnitts anschließend nah an den Pflanzenhals.
Das Abdecken
Zum Schluss decken Sie das Gartenvlies mit einer Schicht aus Pflanzenerde, Kies, Holzhäckseln oder Rindenmulch ab. Diese Schicht sollte mindestens fünf Zentimeter dick sein. Rindenmulch eignet sich besonders gut, weil er zusätzlich das Wachstum von Unkraut unterbindet und das Vlies vor Sonnenlicht schützt.
Gartenvlies, Unkrautvlies oder Bodengewebe?
Alle drei Gewebe halten Unkraut zurück und lassen Wasser durch, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte. Das Gartenvlies ist die vielseitige Lösung, die neben dem Unkrautschutz auch als Winterabdeckung dient. Ein Unkrautschutzvlies ist stärker auf die reine Unkrautunterdrückung ausgelegt, ein Bodengewebe dagegen besonders reißfest für Wege, Kies und stark beanspruchte Flächen. Ob Bodengewebe oder Vlies die richtige Wahl ist, hängt also davon ab, was die Fläche vor allem leisten soll. Wie das Verlegen grundsätzlich Schritt für Schritt abläuft, zeigt unsere ausführliche Anleitung.