5 Tipps zum richtigen Unkrautvlies verlegen | Aquagart
Die Grundlagen des Verlegens, also Boden vorbereiten, zuschneiden, befestigen und bepflanzen, haben wir in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Unkrautvlies verlegen zusammengefasst. In der Praxis tauchen aber immer wieder Fragen auf, die über den Standardfall hinausgehen: Welche Seite gehört nach oben? Wie verlege ich Unkrautvlies rund um einen Baum oder nachträglich in ein bestehendes Beet? Und hat so ein Vlies eigentlich Nachteile? Die folgenden fünf Tipps und die anschließende Übersicht beantworten die häufigsten Sonderfälle rund um das Unkrautvlies verlegen.
Tipp 1: Welche Seite des Unkrautvlieses kommt nach oben?
Eine der häufigsten Fragen lautet, welche Seite des Unkrautvlieses nach oben gehört. Bei vielen Vliesen sind beide Seiten nahezu gleich beschaffen, dann spielt die Ausrichtung keine Rolle. Hat Ihr Unkrautvlies aber eine erkennbar rauere und eine glattere Seite, gehört die raue Seite nach oben und die glatte nach unten. Auf der rauen Oberseite finden Rindenmulch oder Kies besseren Halt, während Regenwasser weiterhin zuverlässig nach unten abläuft. Wichtig ist vor allem, dass Sie ein wasserdurchlässiges Vlies verwenden und keine geschlossene Folie. Wenn ein Unkrautvlies scheinbar kein Wasser durchlässt und sich auf der Fläche Wasser staut, liegt das fast immer daran, dass versehentlich eine undurchlässige Unkrautfolie statt eines Vlieses verlegt wurde.
Tipp 2: Unkrautvlies nachträglich bei bestehenden Pflanzen verlegen
Auch ein bereits bepflanztes Beet lässt sich nachträglich mit Vlies schützen. Um das Unkrautvlies bei bestehenden Pflanzen zu verlegen, arbeiten Sie sich am besten in mehreren kleineren Bahnen um die vorhandenen Pflanzen herum, statt eine große Bahn aufzulegen. Schneiden Sie vom Rand des Vlieses einen Schlitz bis zur jeweiligen Pflanze und führen Sie das Material vorsichtig um den Stängel. Anschließend schieben Sie die Schnittkanten wieder zusammen und drücken sie nah an die Pflanze an, damit auch dort kein Wildkraut durchkommt. So gelingt das nachträgliche Verlegen, ohne dass Sie Ihre Bepflanzung ausgraben müssen.
Tipp 3: Unkrautvlies um Bäume und Sträucher verlegen
Rund um Stämme gilt dasselbe Prinzip, nur mit etwas mehr Sorgfalt. Wenn Sie Unkrautvlies um Bäume verlegen, schneiden Sie vom Rand her einen Schlitz bis zum Stamm und legen eine kreisförmige Aussparung an. Lassen Sie dabei rund um den Stamm eine Handbreit Abstand frei und legen Sie das Vlies nicht eng an die Rinde, damit Wasser und Luft ungehindert an die Wurzeln gelangen. Wo sich der Rand schlecht beschweren lässt, sorgen Erdanker für sicheren Halt.
Tipp 4: Unkrautvlies im Steingarten und unter Kies verlegen
Unter Kies, Splitt oder im Steingarten leistet das Vlies doppelte Arbeit: Es hält Unkraut zurück und verhindert zugleich, dass die Steine mit der Zeit im Boden versinken. Weil beim Steingarten-Vlies verlegen dauerhaft Druck und scharfe Kanten auf das Material wirken, sollten Sie zu einer höheren Grammatur greifen. Welche Stärke sich für welche Belastung eignet, lesen Sie in unserem Ratgeber zur idealen Stärke des Unkrautvlieses. Eine passende Auswahl finden Sie in der Kategorie Unkrautschutzvlies. Überlappen Sie die Bahnen großzügig, damit sich unter der Last keine Lücken auftun. An einer festen Beetkante, etwa aus Betonsteinen, führen Sie den Vliesrand am besten unter das Pflasterbett, so kommt auch am Rand garantiert kein Unkraut durch.
Tipp 5: Doppelt verlegen, Wurzelvlies und Unkrautsperre
Gegen hartnäckige Wurzelunkräuter wie Giersch oder Quecke stößt ein einlagiges Vlies manchmal an seine Grenzen. In solchen Fällen können Sie das Unkrautvlies doppelt verlegen, also zwei Lagen kreuzweise übereinander auslegen, oder von vornherein ein deutlich stärkeres Vlies wählen. Bedenken Sie aber, dass eine doppelte Lage die Wasserdurchlässigkeit etwas verringert, setzen Sie das doppelte Verlegen deshalb gezielt dort ein, wo der Unkrautdruck besonders hoch ist. Reicht auch das nicht, kommt statt eines reinen Unkrautvlieses eine kräftige Wurzelsperre infrage. Ein solches Wurzelvlies zu verlegen lohnt sich überall dort, wo Ausläufer seitlich in das Beet drängen. Die Unkrautsperre verlegen Sie dann wie ein normales Vlies, achten aber besonders auf lückenlose Überlappung an den Stößen, damit die Wurzeln keinen Durchschlupf finden.
Hat ein Unkrautvlies Nachteile?
So praktisch ein Unkrautvlies ist, ein paar Punkte sollten Sie kennen, denn ganz ohne Nachteile ist auch diese Lösung nicht. Der häufigste stammt aus der falschen Materialwahl: Wer zur geschlossenen Unkrautfolie statt zum durchlässigen Vlies greift, riskiert Staunässe, weil Wasser nicht mehr versickern kann. Ein echtes, wasserdurchlässiges Unkrautvlies hat dieses Problem nicht. Weiter gilt: Auf Dauer sollte das Vlies nicht offen liegen, sondern von Mulch, Kies oder Erde bedeckt sein, sonst leidet die Optik und die Fasern altern schneller unter UV-Strahlung. Und selbst das beste Vlies ersetzt nicht jede Gartenarbeit, gegen besonders tief wurzelnde Unkräuter braucht es die stärkeren Varianten oder eine Wurzelsperre. Richtig ausgewählt und abgedeckt überwiegen die Vorteile aber deutlich, und die genannten Nachteile lassen sich mit der passenden Stärke und Abdeckung leicht vermeiden.
Mit diesen Kniffen meistern Sie auch die Situationen, die über das einfache Auslegen hinausgehen. Wie der grundsätzliche Ablauf beim Unkrautvlies verlegen Schritt für Schritt funktioniert, zeigt Ihnen unsere ausführliche Anleitung zum Unkrautvlies verlegen.